2015

Gospelday 2015 in Lüdenscheid

Rückblick und DANKE!
Der Gospelday 2015 in Lüdenscheid wird veranstaltet von der Ev. Kirchengemeinde Oberrahmede unter Federführung des Gospelchores RISECORN. Auftritt Risecorn Gospelday 2011
Er findet am 19. September 2015, zeitgleich mit vielen anderen Veranstaltungen in Deutschland und der ganzen Welt, von 10 bis 16 Uhr auf dem Sternplatz in Lüdenscheid statt.

Worum geht es?

Beim Gospelday 2015 steht das Thema Sklaverei im Mittelpunkt. Obwohl offiziell überall verboten, werden nach UNO-Angaben weltweit 27 Mio. Menschen versklavt. Diese Ungerechtigkeit wird beim Gospelday 2015 in Lüdenscheid bei allen Planungen und Programmpunkten mit oberster Priorität thematisiert, mit dem Ziel:

  • zu informieren,
  • zu sensibilisieren,
  • zu begeistern,
  • eigenes Engagement zu veranlassen,
  • Spenden zu sammeln.

Ein vielfältiges Programm!

Plakate und Schilder mit Fakten zur Sklaverei oder Appellen ans Publikum, 27-Millionen-Sklaven-weltweitkurze Theaterspielszenen, Interviews mit verschiedenen Interviewpartnern z.B. zum fairen Handel und Interviews mit dem Publikum sind einige der Programmpunkte, mit denen das Thema Sklaverei intensiver beleuchtet wird. Wir freuen uns sehr, Uwe Schulz (bekannt u.a. vom WDR Hörfunk) dazu als Moderator und Referenten begrüßen zu dürfen! Und mit Matthias Kleiböhmer, dem Initiator des Gospeldays in Deutschland von der Stiftung Creative Kirche, bekommen wir Informationen aus 1. Hand von der Situation im „Happy Home“ in Bangladesch!

Aber es wird auch viel Kurzweil geboten: So gibt es u.a. ein Künstlerzelt, in dem namhafte Lüdenscheider Künstler/innen live malen und bildhauern werden, und die Trommler der Musikschule Cofidato aus Plettenberg werden am Vormittag für eine Überraschung sorgen.

Und selbstverständlich viel Gospelmusik!

Neben dem veranstaltenden Chor RISECORN, der mit einem Projektchor auftreten wird, wird der Gospelchor der Friedenskirche Iserlohn mit ca. 70 Sänger/innen einen längeren Auftritt haben. Dann haben wir den Ev. Posaunenchor Oberbrügge mit Gospel-Klassikern zu Gast, und Living Gospel aus Schalksmühle wird ebenfalls mit einem Projektchor auftreten. Mit den Gospel Kids der Christlichen Gemeinde Lüdenscheid, der Klasse 9c des Geschwister-Scholl-Gymnaiums mit einer Tanzvorführung zu Sister Act, und ganz vielen Kindern aus Lüdenscheider Kindergärten und Kindertagesstätten wird das Musikprogramm ergänzt.

Essen und Trinken

Was wäre der Gospelday Lüdenscheid ohne sein Angebot an Essen und Trinken? Natürlich wieder möglichst aus fairem Handel, natürlich wieder unter Berücksichtigung von ökologischen Grundsätzen. Wir freuen uns sehr auf ein vielfältiges Angebot:

Man darf gespannt sein!

Information

Wer sich genauer über Zusammenhänge von Sklaverei, Armut und Hunger auf der einen Seite und fairem Handel, gerechte Löhne und Freiheit auf der anderen Seite informieren möchte, hat da z.B. an den Partnerständen des Eine-Welt-Netzes oder der Umweltberatung der Verbraucherzentrale die Gelegenheit. Außerdem begrüßen wir mit den Ständen von ERF Medien und VRK/Bruderhilfe zwei langjährige Partner des Gospeldays in Deutschland, die sich in vielfältiger Weise in den Dienst sozialer Projekte stellen!

Nicht fehlen darf der offizielle Teil

Dazu gehört insbesondere das Aktionslied „We can change the World“, welches mittags um 12 Uhr von allen beteiligten Gospelchören auf dem Sternplatz zeitgleich mit mehreren hundert Chören und mehreren tausend Stimmen in ganz Deutschland gesungen werden wird. Ein deutliches Zeichen, dass auf Hunger, Armut und Ausbeutung auf der ganzen Welt aufmerksam macht. Aber auch ein mutmachendes Signal, dass jeder einzelne etwas für mehr Gerechtigkeit tun kann.

Die Ansprache des Schirmherren Thomas Gemke, Landrat des Märkischen Kreises, und Grußworte von Bürgermeister Dieter Dzewas sowie Superintendent Klaus Majoress gehören ebenfalls zum offiziellen Teil.

Hier geht’s ums Geld!

Der Gospelday in Lüdenscheid ist eine Benefizveranstaltung. Keiner der auftretenden Künstler erhält eine Gage. Trotzdem entstehen nicht unerhebliche Kosten, sei es für Tontechnik, Fahrtkosten, Flyer, Plakate usw. Daher benötigen wir auch dieses Mal wieder Sponsoren, die bereit sind den Gospelday in Lüdenscheid und das Spendenprojekt „Happy Home“ von Brot für die Welt in Bangladesch zu unterstützen. Sponsoren erhalten die Möglichkeit, auf der Homepage und der Facebook-Seite vom Gospelday Lüdenscheid sowie auf einem Banner am Veranstaltungstag z.B. mit einem Logo für ihr Unternehmen zu werben.Sponsorenbanner

Spenden sind selbstverständlich steuerlich abzugsfähig, Spender erhalten automatisch einen Spendenbeleg.

Spendenprojekt Happy Home Bangladesch

Das „Happy Home“ ist ein Heim mit drei Häusern, zwei Häuser mit jeweils 30 Mädchen und ein Haus mit 30 Jungen. Tagsüber kommen ebenso viele Kinder dazu. Träger ist die Organisation ASD (Assistance for Slum Dwellers), die von Brot für die Welt seit vielen Jahren unterstützt wird. ASD betreibt ein Netz von acht Vorschulen und Nachhilfezentren, über das sie Kontakt zu Kindern und Familien bekommen.

Im März 2014 konnten die Mitarbeiter der Aktion Gospel für eine Gerechtere Welt zusammen mit Brot für die Welt nach Bangladesch fliegen um das „Happy Home“ kennenzulernen. In dem ausführlichen Reisebericht (PDF) beschreiben Michaela Adam, Matthias Kleiböhmer und Jürgen Hammelehle ihre Begegnungen und Erlebnisse in Bangladesch.

Das Spendenprojekt von Brot für die Welt wird unter Anderem durch den Gospelday unterstützt.

Salmas Geschichte

Rund 300.000 Kinder schuften in Bangladeschs Hauptstadt Dhaka den Haushalten der Mittelklasse. Salma war eine von ihnen. Das „Happy Home“ hat ihr Leben verändert. Miriam Dubbert von Brot für die Welt hat sie ihre Geschichte erzählt.

Inmitten der Altstadt von Dhaka leben dreißig Mädchen in einer bunt eingerichteten Wohnung. Es gibt eine Küche, ein Badezimmer und fünf Schlafzimmer. Das ist zwar eng, aber alles ist sehr gemütlich eingerichtet. Liebevoll nennen sie ihr Zuhause „Happy Home“. Zur Begrüßung tanzt Salma mit den anderen Mädchen für die Besucher. Sie haben sich schick gemacht und strahlen über das ganze Gesicht, als der Applaus fällt. Salma ist zwölf Jahre alt. Sie lebt schon ein bisschen länger als die meisten im Happy Home. Ihre Geschichte ist hier keine Ausnahme. Salma hat inzwischen genug Selbstbewusstsein sie zu erzählen:

Die Mutter verkauft sie – um sie zu schützen

„Solange ich denken kann, habe ich mit meiner Mutter, meinen vier Schwestern und meinem Bruder auf der Straße gelebt. In der Nähe der Universität hatten wir unseren Stammplatz. Nachts haben wir eine Plastikplane als Dach über uns aufgespannt. Aber in der Regenzeit hat das nicht gereicht, die Regenzeit war schlimm. Schlimm waren auch die Männer, die nachts zu meiner Mutter kamen. Als ich dann sieben Jahre alt war, hat meine Mutter mich an eine Familie verkauft. Ich sollte dort als Hausmädchen arbeiten. Ich glaube, meine Mutter hat mich vor den Männern auf der Straße schützen wollen.Aber die Familie hat mich häufig geschlagen und ich musste alle Hausarbeiten erledigen. Außerdem musste ich die Tochter zur Schule bringen und wieder abholen. Die ist genauso alt wie ich! Aber ich durfte nicht zur Schule gehen. Das habe ich alles nicht ausgehalten. Also bin ich abgehauen, zurück zu meiner Mutter auf die Straße. Aber meine Mutter hat mich wieder zu der Familie gebracht. Und als ich dort das zweite Mal weggerannt bin, habe ich jemanden vom Happy Home Center getroffen. Das war mein Glück!

Salma kann jetzt lesen und schreiben

Ich lebe jetzt seit vier Jahren hier im Happy Home und habe die sechste Klasse bald abgeschlossen. Ich kann jetzt lesen und schreiben und auch Englisch.
Aber am liebsten habe ich die Fächer Mathematik und Tanz.Seit einiger Zeit habe ich auch wieder Kontakt zu meiner Mutter. Ich treffe sie einmal im Monat. Mein kleiner Bruder ist noch bei ihr, aber meine Schwestern werden vermisst. Ich weiß nicht, was aus ihnen geworden ist. Wenn ich älter bin und eine Arbeit gefunden habe, möchte ich meine Mutter und meinen kleinen Bruder zu mir zu holen und mit ihnen leben. Das ist mein größter Wunsch.“

Verpflegung eines Heimkindes pro Monat € 20
Materialien zum Nähen, Drucken und Batiken pro Kind und Jahr € 40
Monatliches Gehalt einer Lehrerin € 80

Sklaverei

Sklaverei bedeutet…dass Menschen wie ein Eigentum behandelt werden, d.h. sie werden verkauft und/oder leben unfrei. Sklaverei gibt es in fast jedem Land der Erde. Verbreitete Formen sind z.B.: Zwangsarbeit, Zwangsprostitution, Kinderarbeit, Kindersoldaten, Schuldknechtschaft (der Schuldner ist selbst die Sicherheit für einen Kredit).

Moderne Sklaven sind nicht immer angekettet

Laut einer Studie der UN a 27 Millionen Menschen als Sklaven. Sie schuften in Minen und Plantagen, in Haushalten, auf Baustellen und in Bordellen.
Jouel Haussklave
„Man behandelt uns wie Sklaven!“ – in vielen Medienberichten hört man den Begriff , wenn schlechte und ungerechte Arbeitsbedingungen beschrieben werden sollen. Im Allgemeinen spricht man von „Sklaverei“ wenn ein Mensch wie Eigentum behandelt wird. Das Wort selbst stammt aus dem Griechischen und meint „Kriegsbeute machen“. Das erinnert daran, dass in der Antike die meisten Sklaven Kriegsgefangene und deren Nachfahren waren. Heute ist die Abhängigkeit der Sklaven sehr viel komplizierter.
Seit den 1980er Jahren ist die Sklaverei in jedem Land der Erde offiziell verboten – dennoch sind weltweit 27 Millionen Menschen versklavt (UNO). Wenn Menschen verkauft werden, wenn sie rechtlos sind, wenn sie ihren Aufenthaltsort nicht bestimmen können oder allgemein wie eine Sache behandelt werden, kann man sicher von Moderne Sklaven sind nicht immer angekettet „Sklaverei“ sprechen. Formen der Sklaverei sind z.B. Menschenhandel (nicht der Menschenschmuggel über Grenzen, sondern der Verkauf von Menschen), Zwangsarbeit, Zwangsprostitution, Kindersoldaten, Schuldknechtschaft (Schulden werden oft über Generationen abgearbeitet) u.v.m.. Es sind nicht immer Ketten, die die Menschen gefangen halten. Todesdrohungen, Schulden oder Angst sind oft effektiver.

„We are changing the World“ – Aktionssong (zum Video)

Hans Christian Jochimsen hat einen neuen Song für den Gospelday 2015 geschrieben. Das Lied wird erstmals auf dem Gospelkirchentag 2014 in Kassel veröffentlicht. Seine Songs für die Aktion sind inzwischen fester Bestandteil des Repertoires vieler Chöre. „Let us stand“ oder „We can move mountains“ sind Hymnen gegen den Hunger und die Ungerechtigkeit in der Welt. Mit „ We are changing the world“ ist ihm wieder ein Ohrwurm gelungen. „Hans ist nicht nur ein unglaublicher Komponist, er meint, was er schreibt“ freut sich Martin Bartelworth von der Creativen Kirche über das Engagement des Dänen. „Wir können die Welt nicht mit Gospelmusik verändern, aber mit der guten Nachricht in der Gospelmusik“ ist sicher Hans-Christian sicher. Die Aussage des Liedes: Was wir an Gutem mit Gott erleben, sollten wir weiter geben – wenn das immer mehr und mehr Menschen tun, dann wird das die Welt zu einem besseren Ort machen. Das Lied ist eine Antwort auf die vielen Bilder und Geschichten von Hunger, Armut und Ausbeutung, die uns erreichen – und die die uns nicht entmutigen sollten!